Leidenschaft Saujagd

Der eine Jaeger: Passionierter Jäger und Videoblogger

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Kaum etwas ist so spannend und anspruchsvoll wie die Jagd auf Sauen

Auf meinen Seiten findest Du Infos zur Jagd auf das faszinierende und clevere Schwarzwild


Jagd auf Sauen

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Sauen auf der Wildkamera

Überläuferrotte am Malbaum

Diese Überläuferrotte balgt sich am Malbaum. Die Aufnahmen stammen aus dem Mai und die Rottenkonstellation ist typisch: die vorjährigen Frischlinge sind von ihrer Bache abgeschlagen worden und versuchen nun alleine ihr Glück. Deutlich sind auf dem Video zwei Überläuferkeiler zu sehen, zwei weitere gleichstarke Überläufer tauchen im Hintergrund auf. Bei diesen Stücken kann es sich sowohl um Überläuferbachen handeln, die im Sommer oder Frühherbst frischen oder ebenfalls um Überläuferkeiler. Am Kamm der Sauen sind die Blüten des benachbarten Rapschlages zu sehen, in dem die Rotte tagsüber liegt und Deckung findet. Die Wildkamera ist ein hilfreiches Utensil zum Ansprechen von Sauen und dem strategischen Ansitz an Kirrungen und Wechseln.

Big Boys Big Tusks

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Hier hat ein Keiler den Malbaum mit seinen Waffen bearbeitet.

Schlaue Sau

Diesem jungen Keiler ist es in dieser Nacht zu hell und so geht er das Risiko nicht ein, sich auf die Freifläche mit der Kirrtrommel zu wagen. In den meisten Jagdrevieren sind bereits zwei bis dreijährige Stücke enorm gewieft.

Sauen auf der Wildkamera

Wärmebildkamera: die perfekte Ansprechhilfe

Sicher Ansprechen

In diesem Bild sieht man, wie hoch die Qualität der Wärmebildkamera Pulsar XQ50 ist: sogar der von der Sau durchgekaute und durch den Speichel erwärmte Weizenrest leuchtet weiß. In dieser Situation lässt sich das Geschlecht noch nicht ansprechen. Gleich, wenn die Sau in die Fahrgasse zieht entscheidet sich, ob der Jäger sich gelassen zurücklehnt, weil die Bauchleiste eine führende Bache anzeigt oder ob ihn das Jagdfieber packt, weil es sich um ein jagdbares Stück handelt.

Häufige Fragen zur Pulsar XQ50:

 

Kann man mit einer Wärmebildkamera in den Raps oder Mais gucken?

Nein. Eine Wärmebildkamera kann feste Materie nicht durchdringen. In Raps und Mais kann man Sauen nur mit ihr ausmachen, wenn keine Pflanzen davor sind, die die Körperwärme der Sauen blockieren. Sind allerdings Schadflächen oder Freiflächen vorhanden, kann man die Sauen ausmachen. Man kann zum Beispiel auch bei relativ dichter Belaubung in Waldstücken Sauen ausmachen, wenn auch meist nur einzelne Bereiche des Körpers.

Kann man Sauen im Weizen sehen?

Ja, wenn sie ihre Häupter zum Äsen oberhalb des Weizens haben. Ist der Weizen niedrig und die Sauen stark, kann man die Rücken und die Häupter sehen. Steht der Weizen jedoch sehr hoch, sollte man sich Zeit nehmen, um den Schlag abzusuchen: wechseln hier Sauen, oder haben ihr Haupt gerade unten zum Kauen, sieht man sie nicht gleich. Auf Schadflächen im Weizen sind Sauen schnell auszumachen. Zum Ansprechen (der Bauchleiste) nutzt Du Fahrgassen und Schadstellen im Weizen.

Auf welche Entfernung kann man (ohne Bewuchs) den Pinsel eines (Überläufer-)Keilers deutlich ausmachen bzw. von einer Bache unterscheiden?

Mit der Pulsar XQ50 bis 80 Meter sicher, auch ohne digitale Vergrößerung. Darüber hinaus je nach Fähigkeit des Jägers bis zu 120 Meter.

Mit einer hochwertigen Wärmebildkamera lässt sich die Bauchleiste von Schwarzwild absolut sicher ansprechen. Dies birgt den entscheidenden Vorteil, dass der Jäger, der auf ein Nachtsichtgerät oder herkömmliche Optik angewiesen ist, in vielen Fällen den Finger gerade lassen muss, weil er keine absolute Sicherheit über das Geschlecht des Stückes hat. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass der Jäger führende weibliche Stücke nicht erlegen darf, weil diese ihre Jungen versorgen müssen. Auch mit einer Wärmebildkamera wird der Jäger genügend Situationen erleben, in denen er aufgrund von hohem Bewuchs auch nicht ansprechen kann und daher den Schuss unterlassen muss. Ist jedoch die Bauchleiste frei lässt sich das Geschlecht der Sau auf bis zu 120 Meter sicher erkennen. Durch den Einsatz von Wärmebildkameras wird das Risiko eines Fehlabschusses quasi auf Null reduziert und der Jäger kann seine Strecke erhöhen. Zwei Aspekte, die eindeutig für die Anschaffung einer hochwertigen Wärmebildkamera sprechen. Leider sind die Anschaffungskosten noch sehr hoch und liegen bei mehreren Tausend Euro.

Führende Überläuferbache

Eindeutig sind bei diesem Stück die angesogenen Zitzen der Bauchleiste zu erkennen. Diese führende Bache ist damit tabu.

Überläuferkeiler

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Dieser typisch silbrige Überläuferkeiler wurde von mir um 2:10 Uhr nachts im Weizen angegangen und auf einer kleinen Schadfläche erlegt. Das Ansprechen war Dank der Wärmebildkamera leicht. Schwieriger war die Bergung des Burschen bis zum nächsten befahrbaren Weg. Ein Bergegurt leistet hier gute Dienste.

Frischen/Frischzeit

Der Schwerpunkt der Rauschzeit liegt beim Schwarzwild im November und Dezember und die Tragzeit beträgt etwa 4 Monate. Abgesehen von der Hauptrauschzeit im Winter können Bachen- wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind- jedoch über das ganze Jahr hinweg beschlagen werden und frischen. Die meisten Bachen, ich würde dabei von gut zwei Drittel ausgehen, frischen im März und April. Der größte Anteil des verbleibenden Drittels frischt im Sommer aber manche Bachen frischen entgegen jeder Regel im Herbst und Frühwinter. Wieso dem so ist, wirst Du gleich lesen.

Häufig liest man, dass Bachen aufgrund eines milden Winters besonders früh frischen würden. Bei genauerer Beobachtung wird klar, dass diese Behauptung nicht haltbar ist. Bei einer mittleren Tragzeit von rund 4 Monaten würde dies nämlich bedeuten, dass die Bache, die bereits im Januar frischt, bereits im September gewusst haben müsste, wie der Winter wird. Den Winter richtig hervorzusagen, dass schaffen noch nicht mal unsere Meteorologen. Früh frischende Bachen hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben, egal wie hart oder mild ein Winter ist. Bei früh frischenden Bachen kann es sich um Überläuferbachen handeln, die erst im Spätsommer/Herbst ihre geschlechtsreife erreicht haben und dann sofort rauschig werden. Der andere Teil aus früh, also im Januar oder Dezember frischenden Bachen, sind ältere Bachen, die in nach meiner Ansicht aufgrund ihres genetischen Codes zum früheren Frischen neigen. Die Sauen erhöhen Ihre Vermehrungschancen durch diese genetische Varianz. Wie erfolgreich ein frühes Frischen sein kann, hat man in dem Jahr 2013/2014 in Schleswig- Holstein sehr gut sehen könne. In diesem Jahr gab es im März für mehrere Wochen extrem viel Schnee und harten Frost. Dadurch sind fast alle Frischlinge, die im März zur Welt kamen, eingegangen. Die wenigen Frischlinge, die man in dem Jagdjahr überhaupt sah, waren entweder sehr früh gefrischte Frischlinge, die bei der Frostperiode im März schon ordentlich Speck auf den Rippen hatten, oder nach der Schneeperiode im späten Frühling bzw. Sommer gefrischten Frischlinge.

 Frischen im Sommer und Herbst: Wildbeobachtungen deuten darauf hin, dass der Beschlag von Frischlings- und Überläuferbachen dann erfolgt, wenn ein bestimmtes Körpergewicht erreicht wird. So wird eine 25 kg Frischlingsbache in der Regel nicht bei während der Rauschzeit im November/Dez beschlagen, sondern mit dem Erreichen der 30 kg Marke im Frühling. Bei einem Beschlag im Frühling wird die Sau als Überläuferbache im Spätsommer frischen. Daher liegt die gefährlichste Zeit für die Sauenbejagung nicht wie vielfach propagiert im Frühling, sondern im Sommer, wenn die Frischlings- bzw. Überläuferbachen frischen. Der im Gegensatz zum Frühling hohe Bewuchs erschwert das Erkennen von Frischligen zudem. Kleine Streifenhörnchen können auf einem Weizenstoppel oder im hohen Gras schwer zu erkennen sein.

Merke: Die Gefahr eines Fehlabschusses einer führenden Bache ist nicht im Frühling, wenn jeder mit kleine Frischlinge führenden Bachen rechnet, sondern im Sommer am größten. Insbesondere weil die Frischlings- und Überläuferbachen in dieser Zeit setzen. Die Altbachen frischen fast immer im Februar/März/April. 

 Milde Winter

 Obwohl wir in den letzten Jahren, nämlich im Jahr 2009 und 2013 extrem kalte und schneereiche Winter erlebt haben, sind viele Winter in dem letzten Jahrzehnt auch relativ mild gewesen. Für den Sauen-Bestand sind milde Winter sehr förderlich. In besonders frostigen und Wintern, in denen das Erdreich über vielen Nahrungsquellen zufriert wird der Fraß für die Sauen unerreichbar und diese sind vielfach auf die von uns Jägern angelegten Kirrungen angewiesen. In milden Wintern sind jedoch die Nahrungsquellen für den Wurf der Wutze gut zu erreichen. Dadurch werden Kirrungen schlechter angenommen und weniger Sauen auf dem Ansitz erlegt. Die Sauen haben einfach mehr Auswahl und Nahrung zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil, den milde Winter bieten ist, dass Sauen weniger Energie in den Aufbau ihrer Körperwärme investieren müssen und daher feister in den Frühling gehen als in sehr kalten Wintern. Durch den hohen Anteil von Körperfett und Muskelmasse werden die Frischlingsbachen schneller geschlechtsreif. Milde Winter führen demnach in der Regel zu weniger auf dem Ansitz erlegten Sauen und mehr geschlechtsreifen jungen Sauen, die an der Reproduktion teilnehmen.

Eichelmast

Eichelmasten werden immer häufiger. Gerade in den letzten Jahren hat man mehr und mehr das Gefühl, dass fast jedes Jahr ein sogenanntes Mastjahr ist. Die Eichen hängen bis um Anschlag voll mit Eicheln und bieten den Sauen und anderem Wild eine langanhaltende und reichliche Nahrungsquelle. Eichelmasten erschweren den Ansitz auf Sauen enorm. In der Regel können sich die Sauen quasi unendlich viele Fraßstellen völlig frei aussuchen und ignorieren Kirrungen rigoros. Nur manche unerfahrene Sauen, die sich im Laufe des Jahres auf bestimmte Kirrungen spezialisiert haben, fallen noch zu Anfang der Mast an der Kirrung, im weiteren Verlauf des Jahres gehen die Abschüsse an Kirrungen aber auf ein Minimum zurück.

Eichelmast und Maisstoppeln

 Die Jagd auf Maisstoppeln auf Äckern, auf denen zu Sauen ordentlich zu Schaden gegangen sind, stellt in manchen Jahren ein regelrechtes Highlight dar. Auf einmal kann der Jäger große, abgeerntete Maisflächen perfekt abglasen und bekommt in manchen Nächten haufenweise Sauen in Anblick, die dabei sind, Nachlese auf dem Acker zu halten, den sie bereits zuvor malträtiert haben. Anders jedoch in Mastjahren. Hier wird häufig schon während viele Maisäcker noch stehen die Aktivität der Sauen mit dem Fallen der ersten Eicheln im August/September rapide abnehmen. In Mastjahren sind auch die Wildschäden in Maisäckern häufig geringer, weil die Sauen sich mit dem Beginn der Eichelmast in größere Waldflächen umstellen und den Fokus ihrer Nahrungssuche auf Eicheln richten. Die Jagd auf Maisstoppeln in einem Eichelmastjahr ist häufig eher Flop als top.

Mit einer starken Eichelmast sind häufig auch extreme Wiesenschäden verbunden. Meist fressen sich die Sauen in den ersten Stunden der Nacht im Wald rund und satt. Ein Teil der Sauen fängt dann an, auf Wiesen- und Feldflächen umher zu vagabundieren und dort Schäden zu machen. Daher ist die Jagd im Feld meist erst interessant, wenn es ein paar Stunden dunkel ist. Andere Rotten- nach meiner Erfahrung häufig Rotten mit erfahrenen Bachen- wiederum igeln sich komplett im Wald ein und reduzieren ihren Bewegungsradius enorm. Kraft sparen und Fressen, Fressen, Fressen ist die Devise. In Eichelmastjahren werden die größten Strecken eindeutig über Drückjagden erzielt und die Ansitzjagd gestaltet sich- gerade im Feld- verhältnismäßig zäh. Auch die Waldjagd ist nicht sonderlich einfach. Sogar wenn in Deinem (Wald-) Revier viele Eichen vorkommen und die Sauen sich in diesen Bereichen konzentrieren, ist der Tisch quasi überall reichlich gedeckt und die Sauen kommen wo sie gerade Lust haben.

Gerade zu Beginn der Eichelmast kann die Feldjagd jedoch noch erfolgversprechend sein. Einige Rotten haben ihren Schwerpunkt aufgrund des übermäßigen Nahrungsangebotes im Sommer noch im Feld. Sie sind innerlich noch nicht ganz auf Wald „umgestellt“. Ein weiterer Punkt spielt dem Feldjäger in die Hand: häufig werden die im Feld einzeln stehenden Eichen (Solitäreichen) etwas früher als ihre Artgenossen im Wald Eicheln reif. Nun bietet sich für den Feldjäger ein Zeitfenster für die Mondjagd im September, in der er trotz Eichelmast noch recht erfolgreich Strecke machen kann, bevor die großen Eichenbestände im Wald ihre Schleusen öffnen und tonnenweise den Waldboden mit Nahrung übersähen. Fraßspuren unter den Feldeichen verraten die Anwesenheit der Schwarzkittel. Häufig wechseln die Sauen auch von Eiche zu Eiche, fressen was an Eicheln dort liegt, und ziehen dann weiter. Dementsprechend lohnt der Ansitz in der Nähe von stark belaufenen Eichen oder an taktischen Verkehrs- Knotenpunkten zwischen Eichen.

Zum Sauen-Guide

Q & A- Fragen und Antworten zur Saujagd

Hast Du ebenfalls eine Frage? Schreibe mir eine kurze Mail auf dereinejaeger@hotmail.com Deine Frage wird mit Antwort hier aufgeführt werden.

Jagd-Andy fragt: Moin Moin, was denkst Du, wie lange dauert es ca. bis die Sauen eine Kirrung annehmen bzw. bis das Kirrwerkzeug (Trommel, Batteriebetriebener Futtereimer usw.) verwittert ist?

Antwort: Wie schnell eine Kirrung bzw. eine Kirrtrommel von Schwarzwild angenommen wird, ist abhängig von der Bestandsdichte, dem aktuellen Fraßangebot und dem Standort der Kirrung. Kirrtrommeln (Sauenkreisel) werden in der Regel erst nach ein paar Monaten Verwitterungs- und Gewöhnungszeit von den Sauen angenommen. Wenn Du die Kirrtrommel mit Matsch beschmierst und ab und zu etwas Buchenholzteer über die Trommel gießt (am besten über das Ende, an dem das Seil aus der Kirrtrommel führt und nicht an dem Ende, wo Du den Mais einfüllst) wird die Trommel in der Regel von den Sauen schneller angenommen. Batteriebetriebene Futtereimer werden deutlich schneller angenommen, weil der Mais hier frei auf den Boden geworfen wird und die Sauen zum einen sich nicht mit direkt mir der nach Plastik stinkenden Kirrtrommel beschäftigen müssen und zum anderen, weil die Sauen nicht erst erlernen müssen, dass sich in einer Kirrtrommel Mais befindet und wie man ihn rausbekommt.

Eine Kirrung, bei der Du das Kirrgut in den Boden einbringst, ist -wenn es nicht zu viel alternativen Fraß gibt, Sauen da sind und der Platz stimmt- ist in der Regel nach wenigen Tagen angenommen. Ob die Sauen überhaupt an die Kirrungen gehen, siehst Du anhand Deiner bereits angelegten Kirrungen. Werden sie von den Sauen aktuell angenommen, sollte auch Deine neue Kirrung schnell belaufen sein.

Denke bei all dem daran, dass die Sauen in der Zeit von Juni bis Dezember meist durch den milchreifen Weizen, dann den Mais, danach der Eichelmast ohnehin so viel zu fressen haben, dass sie in vielen Revieren zu dieser Zeit sowieso nicht an die Kirrungen gehen. Von Januar bis Mai, der äsungsarmen und deckungslosen Zeit kann man am besten abschätzen, ob Sauen eine Kirrung annehmen, da sie in dieser Zeit am wenigsten Fraß zur Verfügung haben und vermehrt einzelne Überläuferkeiler unterwegs sind.